Rechts-Guide

Rechtliches für Reiseblogger: Was du wirklich beachten musst

Impressum, DSGVO, Werbe-Kennzeichnung, Bildrechte und Steuern — die wichtigsten rechtlichen Themen für Reiseblogger pragmatisch erklärt. Ohne Anwalts-Jargon, mit konkreten Beispielen und Generator-Empfehlungen. Hinweis: Dies ist keine Rechtsberatung, im Zweifel mit einem Fachanwalt sprechen.

10 Min. Lesezeit Aktualisiert Mai 2026 7 Themen

1. Impressum (Pflicht für jeden Blog)

In Deutschland Pflicht — auch für Hobby-Blogs ohne Einnahmen (§5 TMG, §55 RStV). Verstöße: Abmahnungen ab 500 €.

Pflicht-Inhalte:

  • Name und Anschrift
  • Kontakt (E-Mail-Adresse + idealerweise Telefon)
  • Bei Gewerbe: Umsatzsteuer-ID (sofern vorhanden), zuständige Aufsichtsbehörde
  • Verantwortlicher für Inhalte (meist du selbst)

Generator: eRecht24 Impressum-Generator oder Activemind. Beide kostenlos, in 5 Minuten generiert.

Pro-Tipp: Postfach geht nicht als Anschrift. Wenn du deine Privatadresse schützen willst: Coworking-Space-Adresse oder Domain-Adresse-Service (ca. 50–100 €/Jahr).

2. Datenschutzerklärung & DSGVO

DSGVO Artikel 13: jeder muss wissen, welche Daten du erfasst und was du damit machst. Wieder: Pflicht für jeden Blog, auch Hobby.

Was muss rein:

  • Verantwortlicher (deine Daten)
  • Wenn du Google Analytics, Pinterest, YouTube-Embeds, Affiliate-Links nutzt → erwähnen
  • Cookie-Nutzung
  • Rechte des Nutzers (Löschung, Auskunft, Widerspruch)
  • Beschwerde-Recht bei Datenschutzbehörde

Generator: eRecht24. Aktualisiere die Datenschutzerklärung jedes Mal, wenn du ein neues Tool einbindest.

3. Cookie-Banner

Wenn dein Blog nicht-essenzielle Cookies setzt (Google Analytics, Werbe-Cookies, Embeds), brauchst du einen Cookie-Banner mit Opt-In (Klick auf "Akzeptieren" notwendig bevor Cookies gesetzt werden).

Achtung: Pre-Checked-Boxen sind illegal. Der Nutzer muss aktiv zustimmen.

Tools:

  • Notova Cookie-Banner — DSGVO-konform integriert, kostenlos
  • Borlabs Cookie — 99 €/Jahr — sehr komplett
  • Cookiebot — kostenlos bis 100 Subpages
  • Real Cookie Banner (WordPress Plugin) — kostenlos

Pragmatisch: wenn du Plausible/Fathom statt Google Analytics nutzt, brauchst du keinen Cookie-Banner — beide sind Cookieless. Spart Compliance-Stress.

4. Werbe-Kennzeichnung

Sobald du eine Gegenleistung bekommst (Geld, kostenlose Produkte, kostenlose Reisen), musst du das kennzeichnen — UWG §5a, MStV §22. Verstöße: Abmahnungen ab 500 €, im Wiederholungsfall mehr.

Mögliche Formulierungen:

  • Ganz oben im Post: "Werbung" oder "Anzeige" (gut sichtbar, fett)
  • Bei Affiliate-Links: "Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (mit * markiert). Wenn du darüber buchst, bekomme ich eine Provision — für dich kostet es nichts mehr."
  • Bei Press-Trips: "Diese Reise wurde von [Anbieter] unterstützt — die Meinung im Artikel ist meine eigene."

Was nicht reicht: "Sponsored" (englisch nicht erlaubt für deutsches Publikum), versteckte Hinweise im Footer, "*" ohne Erklärung.

Mehr Detail: Affiliate-Marketing-Guide.

5. Bildrechte & Persönlichkeitsrechte

Eigene Fotos

  • Landschaften: meist unproblematisch.
  • Erkennbare Personen: brauchen grundsätzlich Einwilligung (KUG §22). Ausnahmen: Beiwerk, Versammlungen, Personen der Zeitgeschichte.
  • Kinder: Eltern-Einwilligung. Sicherer: Gesicht unkenntlich machen oder von hinten fotografieren.
  • Sehenswürdigkeiten: manche (Eiffelturm bei Nacht, Atomium in Brüssel) haben Foto-Lizenzgebühren bei kommerzieller Nutzung. Vorher prüfen.

Fremde Fotos

  • Niemals einfach von Google klauen. Bildersuchen merken sich Quellen, Abmahn-Anwälte erkennen das sofort.
  • Stock-Fotos: Unsplash, Pexels, Pixabay sind kommerziell kostenlos nutzbar (Lizenz lesen).
  • Creative Commons: Wikipedia-Fotos meist OK mit Attribution. Lizenz ("CC BY-SA") beachten.

6. Urheberrecht (Texte, Karten, Logos)

  • Texte: niemals von anderen Reiseblogs kopieren. Kurze Zitate mit Quellangabe sind OK (Zitatrecht §51 UrhG).
  • Google Maps Screenshots: grundsätzlich nicht erlaubt. Stattdessen: Google Maps embed nutzen oder OpenStreetMap.
  • Logos & Markennamen: in redaktionellem Kontext erlaubt ("Lufthansa-Flug nach Bali"). Eigenen Blog "BookingBro" nennen → Markenrechtsverletzung.
  • Speisekarten / Hotel-Bilder: meist Hotel-Eigentum, nicht eigene Fotos zeigen.

7. Gewerbe und Steuern

Wann Gewerbe-Anmeldung?

Sobald du regelmäßig Einnahmen hast (Affiliate, Kooperationen, Werbung). Reiner Hobby-Blog ohne Einnahmen: kein Gewerbe nötig.

Kleinunternehmer-Regelung (§19 UStG)

Bis 22.000 € Vorjahres-Umsatz und voraussichtlich < 50.000 € im laufenden Jahr: Kleinunternehmer-Regelung. Vorteile: keine Umsatzsteuer, keine USt-Voranmeldung, einfache Buchhaltung.

Steuern

  • Einkünfte aus Reiseblog → Einkommenssteuer (in der Anlage G oder S).
  • Bis 410 € pro Jahr Affiliate: Übungs-Leiter-Pauschale, eventuell steuerfrei.
  • Reise-Kosten als Betriebsausgabe: nur wenn klar im Zusammenhang mit dem Blog (Belegen, dokumentieren).

Pragmatisch: Sobald du 1.000+ €/Jahr verdienst → einmalig 100 € für Steuerberater investieren. Spart Stress und Anfänger-Fehler.

Was tun bei einer Abmahnung?

  1. Nicht panik klicken. Lies die Abmahnung genau, prüfe ob sie berechtigt ist.
  2. Niemals direkt unterzeichnen — Unterlassungserklärungen sind oft viel zu weit gefasst.
  3. Anwalt konsultieren. Erstberatung: 100–200 €. Lohnt sich fast immer.
  4. Frist beachten. Meist 7–14 Tage zum Reagieren.
  5. Bei berechtigten Abmahnungen: modifizierte Unterlassungserklärung abgeben, Schadensersatz verhandeln.
  6. Bei missbräuchlichen Abmahnungen: Anwalt prüft, ob die Abmahnung selbst rechtsmissbräuchlich ist (häufig).

Häufige Fragen

Brauche ich ein Impressum für meinen Reiseblog?

Ja, in Deutschland Pflicht für jeden Blog (§5 TMG). Auch für Hobby-Blogs.

Brauche ich eine Datenschutzerklärung?

Ja, DSGVO-Pflicht. Generator von eRecht24 reicht.

Wann muss ich Werbe-Kooperationen kennzeichnen?

Immer bei Gegenleistung. Klar mit "Werbung" oder "Anzeige" am Anfang.

Brauche ich ein Gewerbe für meinen Reiseblog?

Ab regelmäßigen Einnahmen, ja. Kleinunternehmer-Regelung möglich bis 22k €/Jahr.

Darf ich Personen auf Reise-Fotos zeigen?

Erkennbare Personen brauchen Einwilligung. Ausnahmen: Beiwerk, Versammlungen.

Impressum & Datenschutz direkt im Setup

Notova Creator hat Impressum-Felder und DSGVO-konforme Defaults eingebaut.

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